17.04.2026


Unsere neue Bett1-Matratze wartete nämlich noch auf den letzten Feinschliff. Also kurzerhand das elektrische Küchenmesser ausgepackt und nachjustiert. Klingt improvisiert – war es auch. Aber mit Erfolg: Jetzt passt die Matratze perfekt in unser Womo. Man muss eben nehmen, was man hat, und das Beste daraus machen.
Während wir noch beschäftigt waren, löste sich der Stau langsam auf – perfektes Timing. Also weiter Richtung nächster Station: Monheim bei Düsseldorf.
Dort haben wir Elisabeth (Claudia Nichte) besucht und den ersten Reisetag gemütlich ausklingen lassen. Gemeinsam ging es zum Asiaten – wobei „asiatisch“ hier fast schon untertrieben ist, denn die Speisekarte war zu 100 % fleischlastig. Für uns etwas überraschend, aber trotzdem ein geselliger Abschluss eines doch ziemlich turbulenten Tages.
So kann es weitergehen – vielleicht mit ein bisschen weniger Blaulicht, aber genauso viel Improvisation und guter Gesellschaft.
18. April – Regen, Sonne und ein kleiner Schock in Sangatte
Der Morgen begann ruhig und genau so, wie man sich einen Reisetag wünscht: mit einem entspannten Spaziergang am Rhein. Frische Luft, ein bisschen Bewegung – der perfekte Start, bevor es weiter Richtung Frankreich ging.

Unser Ziel: Sangatte, als Zwischenstopp für die Überfahrt von Calais nach Dover am nächsten Tag. Ursprünglich hatten wir geplant, unterwegs noch einen Halt in Brügge einzulegen. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Es fing an zu regnen – und das nicht zu knapp. Also Planänderung: weiterfahren.
Erst kurz vor Sangatte klarte der Himmel plötzlich auf. Die Sonne kam raus, als wäre nichts gewesen. Da wir noch gut in der Zeit lagen, entschieden wir uns spontan für einen Zwischenstopp in Dünkirchen.
Eine gute Entscheidung. Wir schlenderten durch den Ort, genossen die warme Sonne und gönnten uns beim Bäcker frischen Brioche – genau diese kleinen Momente machen so eine Reise besonders.
Die letzten 40 Kilometer nach Sangatte waren dann schnell geschafft. Doch dort wartete eine Überraschung auf uns – und zwar keine angenehme: Der Wohnmobil-Stellplatz, den wir von früher kannten, war komplett aufgelöst. Riesige Steine versperrten die Einfahrt. Kein Durchkommen mehr.
Der normale Parkplatz war entsprechend überfüllt. Also hieß es: warten, beobachten, hoffen. Mit etwas Geduld wurde schließlich doch ein Platz frei.
Am Ende hat sich alles gefügt. Wir fanden eine richtig schöne Ecke und konnten den Nachmittag mit einem Spaziergang am Strand ausklingen lassen. Ein unerwarteter Umweg – aber wieder einmal einer, der sich gelohnt hat.
19. April – Entspannt nach England
Die Überfahrt von Calais nach Dover verlief genau so, wie man es sich wünscht: ruhig, angenehm und völlig problemlos. Die 90 Minuten auf der Fähre vergingen überraschend schnell, kaum hatte man sich eingerichtet, war man auch schon angekommen.
Unser erster Stopp in England war der Park & Ride in Canterbury und der hat sich wirklich gelohnt. Für gerade einmal 5 £ konnten wir dort nicht nur übernachten, sondern auch den Bus kostenlos in die Stadt nutzen. Ein Service, der das Reisen wirklich unkompliziert macht.
Canterbury selbst zeigte sich von seiner typischen Seite: beeindruckende Kirchen, alte Ruinen und Türme prägen das Stadtbild. Genau dieses historische Flair macht englische Städte immer wieder sehenswert.
Besonders gefallen haben uns die vielen kleinen Läden, individuell, charmant und ganz anders als das, was man sonst so kennt. Man merkt schnell, dass hier alles ein bisschen langsamer und bewusster läuft.
Temperaturmäßig lagen wir bei etwa 15 Grad, für uns eher frisch, für die Engländer scheinbar Hochsommer. Während wir noch mit Jacke unterwegs waren, liefen viele Einheimische ganz selbstverständlich in Shorts und T-Shirt herum.
Ein entspannter erster Tag auf der Insel, genau der richtige Einstieg in das nächste Kapitel unserer Reise.
20. April – Cardiff und die nächste Etappe
Nächster Stopp: Wales, genauer gesagt Cardiff. Wir sind wieder unseren bekannten Campingplatz angefahren, allerdings kam diesmal direkt die Überraschung: Der Preis ist ordentlich gestiegen. 45 € für eine Nacht, also rund 20 € mehr als beim letzten Mal. Das schluckt man erstmal.
Dafür bleibt die Lage unschlagbar. Der Platz liegt mitten im Park, sodass wir zu Fuß direkt durch das Grüne in die Stadt laufen konnten. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir den Tag richtig genossen, entspannter geht es kaum.
Cardiff selbst war wie in Erinnerung lebendig, aber auch mit einer Realität, die man nicht ignorieren kann: Viele Bettler im Stadtbild. Das gehört leider genauso dazu und ist uns diesmal besonders aufgefallen.
Am Abend ging es dann an die nächste wichtige Planung: die Fähre nach Irland. Gebucht war schnell, von Fishguard aus, etwa 2 Stunden Fahrt von Cardiff entfernt. Die Verbindung fährt nur einmal täglich um 14 Uhr, also stand fest: früh raus. Da Checkout schon um 10:30 Uhr war, hat das gut gepasst
Ein echtes Highlight: Auf der Fähre gibt es eine Hundelounge. So konnten wir die etwa 3,5-stündige Überfahrt entspannt gemeinsam verbringen – alle zusammen, ohne Trennung.
Damit rückt Irland jetzt endgültig in greifbare Nähe.
21. April – Ankommen in Irland
Unser erster Tag und gleichzeitig die erste Übernachtung in Irland hätte kaum schöner starten können. Unser Stellplatz lag direkt am Meer, mit freiem Blick auf die raue Küste. Von dort aus führte sogar ein Trail los, etwa 4 km lang, mit einem Café als Ziel. Perfekt, dachten wir.
Die Nacht selbst hatte es allerdings in sich: stürmisch, windig und ziemlich unruhig. Unser WoMo „Happy“ wurde ordentlich durchgeschüttelt und hat spürbar gewackelt. Irgendwie hatte das aber auch etwas Beruhigendes, wir wurden förmlich in den Schlaf geschaukelt.
Am nächsten Morgen ging es dann direkt motiviert auf den Trail. Das erste Stück war traumhaft: der Blick aufs Meer, frische Luft, genau so stellt man sich Irland vor. Doch dann änderte sich die Strecke. Der Weg führte immer näher am Strand entlang, wurde enger und zunehmend steiniger.
Irgendwann war dann Schluss: Das Wasser stand so hoch, dass kein Weiterkommen mehr möglich war. Das geplante Ziel, das Café blieb also unerreicht.
Also kehrten wir um. Und das hatte es in sich. Auf dem Hinweg im Rücken, jetzt direkt von vorne: der Wind. Der Rückweg zog sich gefühlt ewig und kostete deutlich mehr Energie als gedacht.
Umso besser war das Gefühl, wieder im warmen, gemütlichen WoMo anzukommen. Erstmal aufwärmen, frühstücken und durchatmen.
Danach ging es weiter zu den Muschelhäusern, wieder direkt am Strand gelegen. Irland zeigt sich jetzt schon von seiner rauen, aber beeindruckenden Seite.


















