22.04.2026

22. April – Muschelhäuser und ein ruhiger Tag
 

Heute ging es ganz entspannt weiter, gerade mal 30 km durch die typischen, engen und ländlichen Straßen Irlands. Allein diese Strecke ist schon ein Erlebnis für sich.

Angekommen bei den Shell Cottages waren wir diesmal nicht allein: Drei andere Wohnmobile standen bereits dort, zwei aus Irland und eines aus Spanien. Allerdings fiel uns sofort das bekannte Schild auf, das wir schon vom Vortag kannten: Eigentlich ist es nicht erlaubt, hier mit dem Wohnmobil zu stehen oder zu übernachten.

Also kurz nachgefragt. Die Iren vor Ort nahmen das Ganze ziemlich gelassen und meinten, dass man die Schilder hier wohl nicht allzu ernst nimmt. Nachdem es bei uns am Vortag ebenfalls problemlos funktioniert hat und auch mehrere andere Camper hier stehen, haben wir uns entschieden zu bleiben.

Die Muschelhäuser selbst sind wirklich beeindruckend. Die Mauern sind komplett mit Muscheln gestaltet - etwas, das man so nicht alle Tage sieht. Tatsächlich werden die Häuser sogar an Touristen vermietet, was den Ort nochmal besonderer macht.

Ein echter Pluspunkt: Im Gegensatz zum Stellplatz am Vortag gibt es hier Toiletten und sogar einen Mülleimer – ein kleiner Luxus auf so einer Reise.

Nach dem letzten aktiven Tag, haben wir heute bewusst einen Gang runtergeschaltet. Weniger unterwegs sein, mehr genießen, einfach mal entspannen und die Umgebung auf uns wirken lassen.

Genau solche Tage braucht es auch.

23. - 28. April – Städte, Stellplätze und spontane Entscheidungen
 

Nach dem entspannten Vormittag ging es weiter Richtung Kilkenny. Wie so oft in Irland fanden wir auch hier wieder einen zentral gelegenen Stellplatz für rund 10 € – ein Konzept, das sich durch das ganze Land zieht und das Reisen mit dem WoMo wirklich angenehm macht.

Kilkenny selbst hatte für uns eine kleine Überraschung parat: Der Name ist weltweit als Bier bekannt, aber ausgerechnet vor Ort war das berühmte Kilkenny Bier nicht zu finden. Eine etwas kuriose Erfahrung.
 

Weiter ging es nach Waterford. Die Stadt konnte uns, abgesehen von den wirklich sehenswerten Murals nicht wirklich überzeugen. Also fiel die Entscheidung recht schnell: weiterfahren.

Nächster Stopp: Dungarvan. Auch hier das bekannte Bild: Die ausgewiesenen WoMo-Stellplätze waren bereits belegt, aber das schien niemanden wirklich zu interessieren. Es wurde einfach kreuz und quer geparkt. Der Platz selbst war wieder typisch Irland mit 10 €, inklusive Entsorgung für Grauwasser und Toiletten. Dieses Mal hatten wir allerdings Glück: Der Automat war defekt, also blieb es für uns kostenlos.
 

Danach zog es uns weiter nach Cobh – bekannt als letzter Anlaufhafen der Titanic vor ihrer tragischen Reise. Der Stellplatz dort bot etwa 30 Plätze, war jedoch gut gefüllt. Mit etwas Glück konnten wir uns den letzten freien Platz sichern.

Und wieder spielte uns der Zufall in die Karten: Auch hier funktionierte der Automat nicht, sodass wir uns die Stellplatzgebühr sparen konnten.

Unser Plan für Cobh war klar: stehen bleiben und von dort aus einen Ausflug nach Cork machen. Die Verbindung ist unkompliziert – etwa 25 Minuten mit dem Zug – und genau die richtige Kombination aus entspanntem Stellplatz und Stadterkundung.

So ging es die Tage weiter: flexibel bleiben, spontan entscheiden und Irland genau so erleben, wie es kommt.

 

Cork – ein kurzer Abstecher
 

Die Züge nach Cork fuhren im 30-Minuten-Takt, also haben wir nach dem Frühstück einfach den nächsten genommen. Vor Ort sind wir entspannt durch die Stadt geschlendert, allerdings hat sie uns nicht wirklich gepackt.

Viel gibt es daher gar nicht zu erzählen. Es gibt eine schöne Markthalle mit frischem Fisch, Gemüse und vielen kleinen Ständen für Käse, Brot und Tee. Für uns mit Hund allerdings nur bedingt interessant, da Hunde dort nicht erlaubt sind.

In der Fußgängerzone sorgten einige Straßenmusiker für eine angenehme Atmosphäre, bevor es am Nachmittag wieder zurück nach Cobh zu unserem Stellplatz ging.

Was uns in Irland generell immer wieder auffällt: Es gibt kaum Mülleimer. Und wenn doch, dann meist nur für Hundekot. Für normalen Müll sucht man oft vergeblich oder muss mehrere hundert Meter bis zum nächsten einzelnen Behälter laufen. Eine kleine Eigenheit, an die man sich erst gewöhnen muss.

 

Cobh – klein, bunt und überraschend spannend
 

Cobh ist deutlich kleiner als Cork, hat uns aber wesentlich mehr begeistert. Vor allem die Farben haben es uns angetan: Häuser in kräftigen, teils grellen Tönen, die sich wie eine bunte Reihe durch die Straßen ziehen – nicht nur am Hafen, sondern auch mitten in der Stadt.

Normalerweise kennt man solche bunten Fassaden eher aus Hafenstädten, wo sie der Orientierung für die Schifffahrt dienen. Hier in Irland und besonders in Cobh, gehört das einfach zum Stadtbild. Und genau das macht den Ort so besonders.

Auch die kleinen Läden haben wieder diesen typischen Charme, den man schon aus England und Schottland kennt: kompakt, liebevoll dekoriert und oft mit wunderschönen, kunstvollen Schriftzügen versehen.
 

Ich war außerdem im Titanic-Museum. Ehrlich gesagt hat es mich nicht wirklich überzeugt. Es bestand aus drei Räumen, in denen die Geschichten rund um die Titanic erzählt wurden von der Reling über die erste und dritte Klasse bis hin zu digitalen Tafeln am Ende, auf denen man nachsehen konnte, wer den Untergang überlebt hat.

Trotzdem bleibt Cobh für uns ein Highlight, vor allem wegen seiner Farben und seinem besonderen Flair.

Irland... erleben

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